Photokina 2018 – mein Eindruck

Photokina 2018 – Mein Eindruck, ganz persönlich, objektiv subjektiv.

Die Photokina 2018 hatte eine deutlich verkleinerte Ausstellungsfläche. 3 Hallen waren nicht belegt, wenn man die Geschosse als Halle mitzählt (4.1). Die Halle 1 wurde von Olympus belegt. Neben der Präsentation der aktuellen Kameramodelle (es gab nichts Neues) hatte Olympus ihren Perspektive Playground aufgebaut. Die von Olympus hierfür angesprochene Zielgruppe ist klar definiert; es soll die junge Generation angesprochen werden. Ich gehöre definitiv nicht zu dieser Zielgruppe, weil ich ja auf immerhin 40 Jahre Fotoerfahrung zurück blicke und diesen Bericht eben aus genau dieser Perspektive schreibe. Das ist wichtig zu wissen.
Die großen Markenhersteller waren vertreten. Sony geizte nicht mit Superlativen. Es gab eine Action- und eine große Showbühne. Mißfallen hat mir bei Sony die deutlich übertrieben Lobhudelei der Alpha 9. Es gab Aussagen des Moderators z.B. bei dem Auftritt einer Sport- und Actionfotografin in folgender Art: Du warst also in der Lage mit der A9 Snowborder so zu fotografieren wie es weltberühmte Sportfotografen überhaupt nicht in der Lage sind, wenn sie keine A9 nutzen. So etwas gehört sich nicht. Die Konkurrenz kann das nämlich auch. Und das wissen die Leute von Sony. Und wer die Szene wie ich beobachtet, sieht einen Ambassador jetzt bei Sony lobhudeln, der zuvor noch pro Pentax gesprochen hatte. Na ja, vllt. wird er von Sony gesponsort. So wie ein anderer Youtubefotograf, der schon seit längerem pro Sony redet, aber mit denen überhaupt nichts zu tun haben will. Warum nur prangert auf den Seitenwänden seines Sprinters riesengroß eine Sony? Kann man sich doch seinen Teil denken.
Bei Nikon schlugen die Ambassadore leisere Töne an. Sie lobten durchweg die neuen spiegellosen Modelle Z6 und Z7. Das geht auch völlig in Ordnung. Schwerpunkt deren Vorführungen war aber ihr eigenes fotografisches Schaffen. Wer bei Canon Kameras in die Hand nehmen und sich beraten lassen wollte, musste anstehen wie im Restaurant bei Ikea. Mithören aus zweiter Reihe, wie ich es auch schon mal mache, ging dort nicht.
Fujifilm war sehr groß vertreten, haben sie ja auch ein riesiges Spektrum an Produkten. Von Aufnahme bis Print sind sie ja am Start. Fujifilm hat neue Produkte angekündigt, wie z.B. die bald zu erwartende Super Fullframe mit 100 Megapixel Auflösung.
Aber zurück zum Thema meiner Nachbetrachtung der Photokina im Ganzen. Die Frage, was denn meine Highlights gewesen sind, kann ich nur in der Form beantworten, dass es da nichts gab. Die Photokina ist im Wandel, das ist deutlich spürbar. Die junge Generation will angesprochen werden. Und das erfolgt eben in junger Form. Natürlich versuchen da auch die älteren Hasen mitzuhalten um nicht unterzugehen. Stellenweise wirkte das auf mich wie eine Lachnummer. Und auch die Effekt- und Aufmerksamkeitshascherei z.B. mit einer Vorführung eines Aktfotoshootings ist fehl am Platz. Nicht nur, weil es gar nicht Akt war. Welches Model würde sich schon unbekleidet einer Schar, entschuldigen Sie den Ausdruck, “sabbernder” Männer mit Kamera präsentieren? Keines.
Zu Anfang hatte ich erwähnt, dass die Photokina abgespeckt hat. So gab es vor zwei Jahren in der Halle 9 z.B. noch die Fotocommunity mit eigener Showbühne. Adobe war mit einer großen Bühne vertreten, auf der Sprecher verschiedenster Art auftraten und über ihre Art der Nutzung der CC Produkte sprachen. Dort waren auch Startups vertreten, die man dieses Jahr vereinzelt auf winzigen Ständen inmitten der anderen finden konnte. In meinen vielen Gesprächen mit Ausstellern kam auch die Beschwerde zu Tage, dass die Standpreise sich immens verteuert hätten, und zwar um 25%. Das kommt hin, wenn man einen Tag weniger und eine Preissteigerung berücksichtigt.

Die Photokina ist aus meiner Sicht ein Treffpunkt, bei dem ich mich freue, alte Bekannte und Freunde zu treffen, die ich sonst nicht so oft sehe, sei es aus zeitlichen oder räumlichen Gründen. Dafür sind die Standpartys, zu denen eingeladen wurde, ein willkommener Ort. So konnte ich beim dpunkt.verlag auch Autoren treffen, die ich noch nicht persönlich kannte und gute Gespräche bei einem Kölsch führen.
Gefallen haben mir auch die vielen Fotoausstellungen. Diese fanden sich auf zahlreichen Ständen in den Boulevards und auch bei den großen Fotodruck Anbietern, wie z.B. Whitewall.
Schnäppchenjäger kamen auf ihre Kosten, wenn man die bescheidenen Messerabatte, sofern sie überhaupt angeboten wurden, als Schnäppchen bezeichnen kann. Bei den höherpreisigen Produkten konnte man schon mal eine kleine Zugabe bekommen, wie z.B. bei Compagnon. Wer eine Tasche für rund 370 Euro gekauft hat, bekam ein Produkt im Wert von 100 Euro dazu.
Giveaways oder Streuartikel wie Putztücher, USB-Sticks etc. etc. waren m.E. auch rar. Ich bekam das eine oder andere nur, weil ich als Pressevertreter unterwegs war und auch um Dinge wusste, nach denen ich dann gezielt gefragt habe.

Die Photokina stellt sich neu auf. Das ergab sich aus eigener Wahrnehmung und auch aus meinem Gespräch mit den Damen von der Pressebetreuung. Die nächste Photokina steht ja schon im Mai nächsten Jahres an. Von dem einen und anderen Aussteller habe ich gehört, dass sie 2019 pausieren werden. Da werden wir sehen, wie sich die Photokina 2019 präsentieren wird und wie groß die Zahl der Aussteller sein wird. Im Mai und Juni reihen sich dann drei Veranstaltungen an einander. Den Auftakt machen die Horizonte Zingst gefolgt von der Photokina und im Anschluss die Photo+Adventure in Duisburg. Wer hier aber von konkurrierenden Veranstaltungen spricht, irrt sicher. Auf der Photo+Adventure sind viel mehr die lokalen Händler mit Ständen vertreten, als die großen Player. Und der zweite Schwerpunkt liegt auf Adventure mit wechselnden Partnerländern. Die Horizonte Zingst ist keine Messe, aber ein großes etabliertes Ereignis mit dem Schwerpunkt auf Natur.
Ich freue mich auf alle drei Veranstaltungen. Vllt sehen wir uns dort. Und munter bleiben.

1 KOMMENTAR

  1. Lieber Uwe, danke für die Informationen. Ich hatte es leider auch nicht nach Köln geschafft, weiß jetzt aber, dass ich nichts verpasst habe. Deine Informationen waren sehr ausführlich und informativ. Was ich aus anderen Medien heraus gehört habe, ist die Vermutung, dass Fotos zukünftig aus 4K oder 8K Filmen extrahiert werden. Selbst wenn die Wiedergabegeräte noch nicht verfügbar sind, schafft ein Bild aus einem 4K Film ein qualitativ gutes Bild zum Ausdrucken in DIN A4.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Die Checkbox fürr die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme der Datenverarbeitung zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.