DIY Nodalpunktadapter für unter hundert Euro?

Die Panoramafotografie ist eine beliebte Art der Fotografie. Gerade im Gebirge oder bei einer beeindruckenden Landschaftskulisse möchte man gerne ein Panorama erstellen. Damit man nicht viel Arbeit am PC mit dem aneinanderkleben der Bilder hat, empfiehlt es sich sehr, einen Nodalpunktadapter zu verwenden. Dieser sorgt dafür, dass sich bei der Aufnahme der Einzelbilder der Vordergrund nicht zum Hintergrund verschiebt, was zwangsläufig ohne Nodalpunktadapter geschieht. Nodalpunktadapter sind klasse, aber auch nicht für unter hundert Euro zu bekommen. Wollen wir nicht so viel Geld ausgeben und z.B. nur gelegentlich einzeilige Panoramen erstellen, können wir uns mit vier einfachen Bauteilen behelfen.

  1. Einstellschlitten – nicht zu kurz!
  2. Aufnahmeplatte für Arca-Swiss, davon eine mit Drehfunktion
  3. L-Winkelschiene für die Kamera
  4. Schnellwechselplatte für den Einstellschlitten

Einen Kugelkopf mit Plattenklemmung setze ich voraus. Wenn dieser Kugelkopf eine Dreheinreichtung mit Skala hat, braucht man eine Klemmplatte mit dieser Funktion nicht unbedingt. Der Preisunterschied ist aber vllt. zehn Euro.

Hier die Bauanleitung: Den L-Winkel montieren wir an unsere Kamera. Unter den Einstellschlitten montieren wir eine Schnellwechselplatte und setzen es auf den Kugelkopf und klemmen es fest. (im Bild auf einem Lampenstativ befestigt zur besseren Ansicht) Am hinteren Ende, wo die Kamera sitzt, montieren wir eine Klemmplatte so, dass die Kamera horizontal bewegt werden kann. Die Objektivachse muss genau mittig zum Einstellschlitten verlaufen. Den Drehpunkt auf dem Stativ, welches wir natürlich mittels Wasserwaage ausgerichtet haben, haben wir ja. Nun müssen wir nur noch den Einstellschlitten so weit vor bzw. zurück bewegen, bis unser Vordergrund sich nicht mehr zum Hintergrund verschiebt. Das geht ganz einfach. Wir fixieren einen Punkt, z.B. einen Türrahmen an. In den Vordergrund stellen wir z.B. ein Lampenstativ hin. So mache ich es. Die Kamera wird so hingestellt, dass das Lampenstativ genau vertikal mit einer Kante des Türrahmens übereinstimmt. Jetzt drehen wir die Kamera und beobachten durch den Sucher oder das Display, ob sich das Lampenstativ von der Kante nach links bzw. rechts wegbewegt, was zwangsläufig passiert, wenn der Nodalpunkt nicht stimmt. Jetzt bewegen wir die Kamera mittels des Einstellschlittens vor und zurück und drehen dabei immer wieder die Kamera und kontrollieren das Ergebnis so lange, bis sich das Lampenstativ nicht mehr bewegt. Den gefundenen Wert auf der Skala des Einstellschlittens notieren wir uns. Wir wiederholen die Prozedur für jedes Objektiv, welches wir nutzen wollen. Tipp: Die Frontlinse sollte sich schon fast genau über der Drehauchse des Kugelkopfes befinden. Das erleichtert die Bestimmung des Nodalpunktes, dier sich direkt bei der Eintrittsöffnung des Objektivs befindet.

In meinem Aufbau habe ich einen Einstellschlitten von Contax verwendet, der sich noch in meinem Fundus befand. Vater sei dank dafür. Darauf habe ich einfach einen Streifen Abklebeband aufgebracht. Erklärt sich ja auch auf der Abbildung.
Fazit: man braucht nicht viel, um sich einen einfachen, nützlichen und gut funktionierenden Nodalpunktadapter selbst zu fertigen, für den sich in der Fototasche immer ein Plätzchen findet.

Viel Spass bei der Panoramafotografie mit Deinem neuen Nodalpunktadapter wünsche ich Dir.

Einstellschlitten auf Stativ
Einstellschlitten auf Stativ
Markierung auf Klebeband
Markierung auf Klebeband

 

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